80 Jahre Bücherverbrennung

MdB und MdL

Mit der Lesung "Verbrannte Worte" im Lesecafé der Bücherei im Bahnhof wurde auch in Veitshöchheim an die Bücherverbrennung vor 80 Jahren erinnert. Eine Vorleserin: SPD- Bundestagskandidatin Homaira Mansury.

Bei der Veranstaltung, die der Arbeitnehmer- Bildungsverein, die Bücherei und das Kulturamt der Gemeinde gemeinsam durchführten, um an die Verbrennung von Büchern vor 80 Jahren zu erinnern, las SPD- Bundestagskandidatin Homaira Mansury Auszüge aus einer Novelle des Würzburger Dichters Leonhard Frank. Der Schriftsteller zählt zu den bedeutendsten sozialkritischen und friedliebendsten Autoren seiner Zeit.

Homaira Mansury zitierte den SPD- Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Reichstag 1933, Otto Wels, der bei der Ablehnung des „Ermächtigungsgesetzes“ Hitler direkt ansprach: „Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen, die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten.“ Wels wollte damit ausdrücken, dass „Säuberungsaktionen gegen undeutschen Geist“ nie zerstören könnten, was jahrelang als sozialdemokratische Positionen aufgebaut wurde. Die Ablehnung der totalen Macht allein in Händen Hitlers und der Nationalsozialisten vom März 1933 wurde geschlossen von 94 Abgeordneten der SPD- Reichstagsfraktion abgelehnt.

Traurige Gewissheit wurde die Befürchtung der SPD- Reichstagsfraktion, als die Werke von Bertolt Brecht, Erich Kästner, Kurt Tucholsky und weiteren hunderten Schriftstellerinnen und Schriftstellern, vor allem durch die „Deutschen Studentenschaften“ am 10. Mai 1933 Bücher auf Scheiterhaufen verbrannt wurden.

„Deshalb war die Veitshöchheimer Veranstaltung zur Erinnerung an die Verbrennung von Büchern vor 80 Jahren so wichtig, weil es auch in der heutigen Zeit wieder Bestrebungen gibt, die Presse- und dichterische Freiheit einzuschränken, wie das zum Beispiel in Ungarn geschieht“, kritisierte Homaira Mansury. Sie berief sich dabei darauf, dass „die Freiheit immer die Freiheit der Andersdenkenden sei“, begründet auf einen Ausspruch von Rosa Luxemburg. „Auch wenn ich längst nicht mit allen politischen Aussagen einverstanden sein kann, werde ich jedoch immer dafür eintreten, dass sie geäußert werden können – gute Argumente setzen sich dann schon durch“, so Homaira Mansury.

 
 
 

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