Die Veitshöchheimer Chronik - falsche Zahlenspiele der CSU

Ortsverein

Nun hat der Gemeinderat eine Entscheidung getroffen und prompt werden von Seiten der CSU Unterstellungen laut, so dass die Bürger den Eindruck vermittelt bekommen, die SPD Fraktion sei schuld, dass die Gemeinde nun keine einzige der von Herrn Struchholz erstellten Chronik erwerben kann.
Dies ist so jedoch nicht richtig.
Die SPD Fraktion war zum Kauf bereit, letztendlich hat Herr Struchholz den Verkauf abgelehnt, weil seine Bedingungen nicht erfüllt wurden.
Dazu gehört eine Lagerung der Gesamtauflage ( auch der Bücher, die er über seinen Verlag verkauft) die versichert ist gegen Hochwasser, Brand, Schimmel oder Ungezieferschäden, sowie eine Verzinsung der Vorfinanzierung von 7- 8 % und ein Inflationsausgleich in Höhe von 2,5 - 3 %.

Eigentlich bedarf es zur Richtigstellung einer Historie der Chronik:
Dazu hat Jürgen Götz von der Veitshöchheimer Mitte schon in der Gemeinderatssitzung richtig festgestellt:
"Der ehrenamtliche Einsatz und die Leistung des Autors sind beachtlich und sollen in keinster Weise geschmälert oder in Frage gestellt werden. Im Rahmen der Beratungen für den Haushalt 2011 war damals ein Bedarf der Gemeinde durch die Verwaltung auf 1000 Stück beziffert worden. Im Oktober 2010 gab es eine Aussage des Autors, bei der 1500 Bücher zum Stückpreis von 30,20 zuzüglich MwSt. erhältlich gewesen wären.

Der jährliche Bedarf an Büchern wird durch die Verwaltung auf 80 und 350 Bücher geschätzt. Der Autor hat eingeräumt, dass die nunmehrige hohe Auflage dem maximalen Verkaufspreis, welcher um 30 Euro liegen sollte geschuldet war.

Bereits 2005 war in einer Information an den Hauptausschuss zu hören — so steht es Protokoll — dass der Gemeinde keine Kosten ‚ auch nicht für die schriftstellerische Leistung entstehen und dass die Gemeinde vor der Drucklegung ein Ansichtsexemplar erhält.

Keine Kosten bedeutet zunächst einmal für mich, dass auch keine Lagerkosten (und hier fällt für die acht bis zehn Tonnen Bücher einiges an), keine Zinsen für Vorfinanzierung, für lnflationsausgleich und dergleichen anfallen, wie sie Herr Struchholz jetzt bei einigen seiner Kompromissvorschläge von der Gemeinde einfordert.

Der Autor ist mit der Auslösung eines Druckauftrages ohne einen Gemeinderatsbeschluss zur Abnahme einer gewissen Stückzahl ein persönliches Risiko eingegangen. Jetzt mit allen Mitteln dieses finanzielle Risiko auf die Gemeinde abdrücken zu wollen ist für mich nicht nachvollziehbar, zumal der Autor selbst Gemeinderat ist und dies eigentlich wissen müsste."

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Herr Struchholz hat der Gemeinde zuerst die Chronik in einer Stückzahl von 2500 für einen Preis von 76450 € angeboten.
Die CSU Fraktion argumentiert, dass damit ein Verkaufspreis von ca. 35 € gehalten werden könne.
Großzügig übersieht die Fraktion, dass bei dieser Stückzahl Lagerraum für mehr als 10 Tonnen Bücher benötigt wird. In Veitshöchheim ist zum jetzigen Zeitpunkt ein solcher nicht in Sicht. Der Autor hat in seiner Presseerklärung selbst vorgerechnet, dass für Lagerhaltung jährlich ca. 3000 € aufzubringen seien.
Daraus ergibt sich ein ganz einfaches Rechenexempel: Bei einem Ankauf von 2500 Stück und einem Bedarf der Gemeinde von 80- 300 Stück im Jahr ( seien wir großzügig und nehmen wir 250 pro Jahr) wird eine Lagerhaltung über 10 Jahre nötig. Die Kosten erhöhen sich damit um 30000 €. Damit sind wir schon bei ca. 105 000 €
Bei dieser Auflage soll die Gemeinde Bücher zum Preis von 35 € verkaufen können.
Die Gemeinde ist kein Buchhändler! Es ist nicht klar wie dieser Verkauf vonstattengehen soll. Evtl. Werbungskosten o.ä. sind nicht kalkuliert.

Dabei scheint der CSU Fraktion absolut klar zu sein, dass die Auflage in ihrer Gesamtheit nicht verschenkt, bzw. verkauft werden kann. Gemeinderat Marc Zenner äußerte schon in der Gemeinderatsitzung die Auffassung, dass es ja kein Schaden wäre, wenn ca. 300 Bücher übrigbleiben würden. Das könne die Gemeinde ja verkraften.

Der gut gemeinte Vorschlag der Veitshöchheimer Mitte, nämlich 2000 Exemplare zum Preis von 60000 € abzunehmen, musste aus ähnlichen Gründen scheitern. Auch hier kämen immense Lagerkosten auf die Gemeinde zu. Zudem wäre für den Autor diese Lösung nur dann möglich gewesen, wenn er die Möglichkeit hätte, weitere Bücher aus seinem Bestand auf dem freien Markt zu verkaufen. Damit vergrößert sich das Risiko der Gemeinde natürlich auf einem Restbestand sitzenzubleiben.

Der einzig gangbare Weg war für die SPD Fraktion, dem Verlag der Familie Struchholz so viele Chroniken abzukaufen wie die Gemeinde braucht. Damit wären auch alle Bedingungen erfüllt, die die Veitshöchheimer Mitte stellte. Die SPD Fraktion hätte sich sogar zu dem Kompromiss bereit erklärt, für einen Lagerraum zu Sorgen.
Dieser Vorschlag der SPD Fraktion fand im Gemeinderat große Zustimmung. Herr Struchholz wollte dem Verkauf jedoch nur unter den oben genannten Bedingungen zustimmen.

Nun wird laut H. Struchholz die Chronik für 78 € verkauft. Schuld daran soll die SPD sein. Es ist jedoch nicht klar warum bei einer ordentlichen kaufmännischen Kalkulation ein Verkaufspreis von ca. 30 € an die Gemeinde kostendeckend sein soll, im Verkauf über den Buchhandel plötzlich 78 € nötig sein sollen.
Das Werk ist bei aller Kritik sein Geld sicher wert, es ist deshalb nicht ganz verständlich warum sich der Verlag der Familie Struchholz einen Verkauf der Auflage nicht zutraut und von Vernichtung spricht.

Es ist bezeichnend, dass die CSU Fraktion nun davon spricht die SPD würde Parteipolitik auf Kosten der Bürger machen. Eher scheint die CSU einen der ihren schützen und eine Fehlentscheidung den Bürgern der Gemeinde aufladen zu wollen.

 
 
 

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