Mainpost kommentiert Studienveröffentlichung auf beleidigende Weise

Allgemein

Nun ist die Wahl vorbei, und eigentlich hätten die Schwarz-Gelben die Unterstützung der heimischen Presse nicht mehr nötig. Was also treibt die Mainpost nun einen Artikel über unsere Meldung vom 28.8. zu bringen?
Sicher kann man unterschiedlicher Auffassung sein, ob die Meldung, daß im Jahr 2002 die Überlegung bestanden hat Erlabrunn zum Standort eines AKWs zu machen im Wahlkampf angemessen sei oder nicht.

Was den Redakteur Wolfgang Jung allerdings treibt die Meldung als perfides Spiel mit der Atomangst zu bezeichnen, erschliesst sich mir nicht auf den ersten Blick.

Perfide: ich war tatsächlich so schockiert von diesem Ausdruck, daß ich das Fremdwörterlexikon zu Rate zog um ein Synonym zu finden das weniger beleidigend sein könnte als das was mir einfiel.
Tatsächlich bezeichnet das Wort:
verschlagen, gemein, hinterhältig, hundsgemein, infam, niederträchtig, schäbig, schändlich, treulos, heimtückisch, arglistig, intrigant, schimpflich, schmachvoll, schmutzig

Herr Jung, der Wahlkampf ist vorbei, auch wenn sie die Veröffentlichung der Studie auf SPD internen Seiten ablehnen, rechtfertigt diese Ablehnung nicht eine solch beleidigende Ausdrucksweise.

Und Sie selbst schreiben: Nicht, dass der Atomlobby zu trauen wäre, und die Beteuerung der Union, auf neue AKW zu verzichten, ist kaum für alle Zeiten gemacht.

Und die Tatsache, daß von Seiten der CDU/CSU/FDP nun "nur" über Laufzeitverlängerung nachgedacht wird, bedeutet noch nicht, daß dem so bleibt. Eigentlich sollten viel mehr "angstmachende" Studien veröffentlicht werden, wie die Beispiele unten zeigen.

Denn nur Wachsamkeit und der von H.Jung als wichtig und richtig erachtete Widerstand gegen die Atomenergie kann ein neues AKW, sei es in Erlabrunn oder sonstwo in der Republik verhindern.

Einige Beispiele:
Angela Merkel, Bundeskanzlerin, CDU
"Wenn ich sehe, wie viele Kernkraftwerke weltweit gebaut werden, wäre es jammerschade, wenn Deutschland aussteigen würde."
Rede bei der BDI-Jahrestagung, 15.06.2009

Katharina Reiche, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, CDU
"Wenn europäische Länder den Neubau planen, kann Deutschland nicht abseits stehen"
Die Welt, 09.02.2009

Andreas Pinkwart, Landesforschungsminister NRW Landesvorsitzender der FDP NRW
Bei erheblichen Fortschritten in der Nukleartechnik würde er "einen Neubau von Kernkraftwerken der vierten Generation nicht ausschließen wollen".
Welt am Sonntag, 09.02.2009

Axel Fischer, MdB, CDU

"Nach den Entscheidungen in Schweden, Finnland, Frankreich und Großbritannien müssen auch wir in Deutschland über Neubauten von Kernkraftwerken in der Zukunft nachdenken."
08.02.2009, Bild am Sonntag

CSU-Eckpunktepapier zur Energiepolitik auf Seite 36 / Ausgabe vom 3.Juni 2008:
3.1. Kernenergie weiter nutzen
Im Interesse des Klimaschutzes und der Versorgungssicherheit brauchen wir eine längere Nutzung der Kernenergie.
...
Flankierend müssen wir ein positives gesellschaftliches Klima für energiewirtschaftliche Investitionen schaffen und neue Kraftwerksprojekte in Bayern durch zügige Planungs- und Genehmigungsverfahren und einen investitionsfreundlichen Vollzug im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten unterstützen.

Schavan-papier:
"Abhängig von politischen und gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen könnte sich Deutschland
aber in der Zukunft wieder an der Entwicklung und
dem Bau von neuen Kernkraftwerken beteiligen, um einen erheblichen Teil des Energiebedarfs mit Kernenergie zu decken."

Damit auch der Ausgangspunkt des Mainpostartikels bekannt ist:

"Standortbestimmung für Kernkraftwerke" 2002


Gertraud Azar

 
 
 

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