Ganztagsschulprogramm in Bayern in die überstürzte Einführung des G8 umgeleitet.

Bildung

Das Ganztagsschulprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB) ist bundesweit sehr erfolgreich. Bayern aber hat die Chance, die das Programm bietet, nicht genutzt.

Dazu erklärt der Würzburger Bundestagsabgeordnete Walter Kolbow:

Nach ideologisch bedingten Startschwierigkeiten ist das unter
rot-grüner Regierungsverantwortung 2003 entstandene Investiti-onsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB) inzwischen auch
im Freistaat sehr erfolgreich. 4 Milliarden Euro stellte die Bundesregierung seit 2003 zur Verfügung, 600 Millionen Euro allein für Bayern. 75 % dieser Mittel sind inzwischen abgerufen worden.

In Würzburg-Land konnten aus dem IZBB vier Schulen mit insgesamt
1.124.200 Euro gefördert werden.
In Würzburg-Stadt sind es 18 Schulen und Fördermittel in Höhe
von 10.833.100 Euro.
“Das ist eine gute Bilanz für das Ganztagsschulprogramm“, so Walter
Kolbow, „Schade ist nur, dass der Freistaat die ihm zur Verteilung
überlassenen Bundesmittel ungleich vergibt.“ Gut 70 % der IZBB-Mittel sind in Unterfranken an Gymnasien geflossen, obwohl nur 26 % der Schüler diese Schulart besuchen. Umgekehrt werden für die 51 % der unterfränkischen Schüler, die öffentliche Grund- und Hauptschulen besuchen, nur 24,4 % der nach Unterfranken fließenden IZBB-Mittel eingesetzt.

Statt für ein bedarfsgerechtes und flächendeckendes Angebot an
Ganztagsschulen für alle Schülerinnen und Schüler und alle Schularten zu schaffen, wird die IZBB-Förderung überwiegend in die überstürzte Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) umgeleitet. Und dies, obwohl es für das G8 kein wirkliches Ganztageskonzept gab und gibt.
Im Gegenteil:
Im April 2008 hat die Bayerische Staatskanzlei angekündigt, den
Nachmittagsunterricht am G8 noch zurückzufahren.
Walter Kolbow: „Es wird höchste Zeit, dass der Freistaat, nachdem
er sich entschieden hat, die Bundesmittel vor allem in die Gymna-
sien zu lenken, nun einen eigenen Beitrag zugunsten der Grund-,
Haupt- und Realschulen leistet.
Die Nachfrage ist derzeit größer als das Angebot.“

 
 
 

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