
Am Samstag versammelten sich im Hotel „Rhöner Land“ in Oberthulba die Delegierten aus den unterfränkischen Kreisverbänden der Arbeitsgemeinschaft

Am Samstag versammelten sich im Hotel „Rhöner Land“ in Oberthulba die Delegierten aus den unterfränkischen Kreisverbänden der Arbeitsgemeinschaft
Sozialdemokratischer Frauen zu einer Bezirkskonferenz. Vorstandsmitglied Gabriele Seifried aus Münnerstadt stellte in ihrer Begrüßung den Bäderlandkreis Bad Kissingen in seiner wirtschaftlichen und sozialen Struktur vor.
Susanne Kastner, stellvertretende Präsidentin des Deutschen Bundestags aus Maroldsweisach, forderten die SPD-Frauen auf, sozialdemokratische Erfolge in der Berliner Bundesregierung offensiv zu vertreten und sich im Hinblick auf die Kommunalwahlen im März 2008 engagiert für Kandidaturen zur Verfügung zu stellen.
Im Hinblick auf den Missbrauchsfall in Eschenau, das in ihrem Bundestagwahlkreis liegt, sah die Politikerin noch eine schwierige Wegstrecke vor allen Beteiligten. Sie hätte sich aber gewünscht, dass sich auch männliche Kollegen für Gespräche mit den Betroffenen offen gezeigt hätten und nicht weggetaucht wären. Nur im gemeinsamen, ernsthaften Gespräch ließe sich nach ihrer Meinung die schwere Situation dort bewältigen.
Im Zentrum der Konferenz stand ein Referat der mittelfränkischen Europaabgeordneten Lissy Gröner zur Überwindung von Diskriminierung durch mehr Chancengleichheit. Gröner kritisierte zunächst die Pläne, den scheidenden bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber auf europäischer Ebene für Entbürokratisierung verantwortlich zu machen. Wer dessen Europa-Politik konkret kenne, wisse dass man da eher den Bock zum Gärtner mache und mit einem Austragsposten versorgen wolle. Was Stoiber unter Entbürokratisierung verstehe, stelle sich als Abbau von Rechten dar und entspreche keineswegs den Initiativen zum Bürokratieabbau aus den Reihen des europäischen Parlaments.
Gröner sah die Gleichstellung von Frauen in der größer gewordenen Europäischen Union auf einem schwierigen Weg. Die skandinavischen Länder hätten immer noch Vorbildfunktion. In Deutschland verzeichne man bis heute noch Einkommensunterschiede von bis zu einem Viertel für die gleiche Arbeit, die von Frauen geleistet würde. Sehr schwierig gestalte sich beim Thema Gleichstellung beispielsweise die Zusammenarbeit mit den polnischen EU-Parlamentariern.
Die Europaabgeordnete lobte die Politik der Bundesfamilienministerin, die aber letztlich nur das nachvollziehe, was auf europäischer Ebene schon vorgeprägt worden sei. Gegen das Störfeuer aus der CSU mit „Herdprämien etc.“ müsse man die CDU-Politikerin aber in Schutz nehmen. Bei der Kinderbetreuung und der Einrichtung von Ganztagsschulen sah Gröner ein weites und attraktives Politikfeld für sozialdemokratische Kommunalpolitikerinnen.
In der Diskussion forderten die ASF-Delegierten mehr Transparenz für die europäische Politik und ihre Fördermöglichkeiten zu schaffen. Oft stammten die finanziellen Mittel, mit denen sich die CSU-Regierung in München so gerne schmücke von der Europäischen Ebene.
In Arbeitsgruppen befassten sich die SPD-Frauen nach einer Einführung der ASF-Bezirksvorsitzenden Ann Schubert (Würzburg) mit der Integration von Migranten in die Gesellschaft. Im Hinblick auf die Kommunalwahlen des nächsten Jahres forderte man verstärkte Bemühungen zum Miteinander auf Ebene der Gemeinden, Städte und Kreise. Dazu sein unter anderem Sprachförderprojekte, spezifische Jugendarbeit und integrationsfördernde Begegnungen in Stadtteilen oder auch kleinen Gemeinden nötig.
Besonders wichtig sei es, die öffentliche Verwaltung interkulturell zu öffnen, zum Beispiel durch problemorientierte Schulungen oder auch durch eine Anstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit persönlichem Migrationshintergrund.