Besuch der SPD beim Berufsförderungswerk

Veröffentlicht am 06.08.2007 in Ratsfraktion

Teile der SPD-Fraktion ließen sich bei einer Führung mit dem Direktor den Einrichtung, Herrn Alfred Schulz und wechselnden Mitarbeiter/innen wesentliche Tätigkeitsfelder des Veitshöchheimer Berufsförderungswerkes vorstellen.

Es begann mit der „amtlich geprüften und genehmigten“ Hundetoilette, die ein ganz natürliches Problem im Umgang mit Blindenhunden löst.
Bei der Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker beispielsweise war es höchst beeindruckend, wie diese hochwertigen Maschinen für den Einsatz zur Bedienung durch Sehbehinderte aufgerüstet werden können und dann auch ganz reale Aufträge durchgeführt werden können.
Einen wiederum ganz anderen Eindruck vermittelten die alten Lese- und Schreibgeräte, die sehr realistisch erklärt und vorgeführt wurden von Gisela Schmitt, die selbst noch als Kind damit ihre ersten Erkenntnisse erworben hatte. Einen deutlichen Kontrast hierzu bildeten die modernen Möglichkeiten der Computerarbeit, die den aktuellen Stand der Ausbildung darstellten und klar machten, welch enorme Weiterentwicklung zwischen beiden Methoden liegt.
Bei der Vorstellung der „Lebenspraktischen Fähigkeiten“ wurde den Besuchern bewusst, wie viele für sie so selbstverständliche Dinge bei den Rehabilitanten erst einmal vermittelt und geübt werden müssen. Ob es nun um die Hilfsmittel beim Bewältigen des täglichen Lebens oder um das Entwickeln eines Farbpasses zur Erleichterung des Einkaufens von Bekleidung ging, alles wird im BFW getan, um das Leben und Erleben der Sehbehinderten zu optimieren.
Zur Stimulation und zum Schulen des Tastsinns wird getöpfert, gefilzt und geflochten, wobei bei allen Maßnahmen jeweils die einzelne Person völlig individuell gesehen und gefördert wird.
Ein absolutes Highlight war die Entwicklung einer eigenen Plattform für eLearning, da es etwas Vergleichbares vorher noch nicht gab. Das BFW bekam dafür im Jahre 2005 auch den Bayern-online-Preis. Auf diese Weise sind die unterschiedlichsten, teils sehr anspruchsvollen Weiterbildungen möglich, wie beispielsweise der europäische Wirtschaftsführerschein. Auch Materialien zum Sprachunterricht mit speziellen Computerprogrammen stehen für Sehbehinderte zur Verfügung und kommen im BFW zum Einsatz. Hier bringt die Braille-Schrift den Vorteil, dass sie international gleich ist und z.B. die kyrillische Schrift nicht extra gelernt werden muss.
Eine ganz klassische Qualifizierung ist die Ausbildung in Physikalischer Therapie, der große Bedeutung eingeräumt wird. In unterschiedlich langen Ausbildungszeiten werden Kenntnisse rund um den menschlichen Körper vermittelt.
In einem „Bürgerbüro“ stellten sich die Teilnehmer der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten vor. Nachdem für diesen Personenkreis das duale System nicht zum Tragen kommt, wird die ganz normale Prüfung bereits nach zwei Jahren gemacht. Praktikumsstellen werden, da die Rehabilitanten aus ganz Deutschland kommen, heimatnah vermittelt, um die spätere Beschäftigung am jeweiligen Wohnsitz zu gewährleisten.
Zu diesem Zweck gibt es einen eigenen Arbeitsmarkt-Service, der höchst effektiv arbeitet, um die Absolventen auf dem 1. Arbeitsmarkt zu vermitteln.
Von diesen Ergebnissen waren die Gemeinderät/innen sehr beeindruckt, da das gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit gar nicht selbstverständlich ist.

 

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